Museum des Monats
Dezember 2009
Über das Museum
Die Archäologische Sammlung der Universität Zürich hat ihren Ursprung in der Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen. 1852 beschlossen die Dozenten der Universität, und wenig später auch des neu gegründeten Eidgenössischen Polytechnikums, den Erlös aus öffentlichen Vorträgen für den Ankauf von ersten Abgüssen zu verwenden. 1856 wurde die Zürcher Sammlung – sie umfasste 36 Nummern – der Universität geschenkt; 1858 konnte sie in der Aula im sogenannten Hinteramt bei der Augustinerkirche neu eröffnet werden. 1865 bezog die Archäologische Sammlung den Antikensaal des Hauptgebäudes des Polytechnikums: Der Architekt Gottfried Semper hatte dafür eine Halle im Zentrum des Neubaus vorgesehen, was die Bedeutung der Antike für das Bildungsbürgertum jener Zeit veranschaulicht. Es wurden bereits damals reguläre Öffnungszeiten für das Publikum festgelegt und Führungen angeboten.
In diese Zeit fällt die erste Anschaffung antiker Originale: Das Polytechnikum erstand 1870–71 in Italien 58 antike Vasen, die von Otto Benndorf, Inhaber des 1869 neu eingerichteten Lehrstuhls für Klassische Archäologie an der Universität, beschrieben wurden. Sie sind heute als Leihgabe der Graphischen Sammlung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in die Archäologische Sammlung integriert.
Die ersten Antiken für die Universität erwarb der Nachfolger Benndorfs, Karl Dilthey, zusammen mit dem Winterthurer Numismatiker Friedrich Imhoof-Blumer, während einer Griechenland- und Italienreise 1875/76. Zum Grundstock gehören auch die Objekte, welche die Antiquarische Gesellschaft Zürich 1897 der Universität schenkte und weitere, die 1914 als Dauerdepositum folgten.
Im Jahr 1914, als der von Karl Moser erstellte Neubau der Universität eingeweiht wurde, fand die inzwischen auf über 2600 Objekte angewachsene Sammlung von Originalen und Abgüssen darin einen idealen Ausstellungsort: Der Lichthof und das im Westen anschliessende Foyer wurden mit Statuen, Reliefs und Vitrinen voller antiker Bronzeobjekte, Vasen und anderen Kostbarkeiten gefüllt. Veränderte Bedürfnisse und zunehmende Raumnot führten ab 1950 zur Einlagerung der im Foyer befindlichen Objekte im Dachgeschoss der Universität. Die Statuen im Lichthof blieben bis 1972 stehen.
Die Wiederaufstellung von Originalen und Abgüssen erfolgte 1984 in den renovierten Räumen der ehemaligen alten Augenklinik an der Rämistrasse 73, wo sich seither die Archäologische Sammlung und das Archäologische Institut befinden. Hier sind Originale und Abgüsse auf drei Stockwerken zu besichtigen. Im Jahre 2007 konnte in der Originalsammlung und im ersten Obergeschoss eine neue LED-Beleuchtung in Betrieb genommen werden, welche eine ausgezeichnete Ausleuchtung der Ausstellungsobjekte ermöglicht.
Nach dem Ende der Jubiläumsausstellung Könige am Tigris ergab sich die Möglichkeit, die ständige Ausstellung der Archäologischen Sammlung im Erdgeschoss neu zu konzipieren und auszustellen; ein neues didaktisches Beschriftungssystem wurde entwickelt, das Schritt um Schritt umgesetzt wird. Dazu kamen in den letzten Jahren zahlreiche Schenkungen, welche die Archäologische Sammlung entgegennehmen durfte, wodurch der Eigenbestand in einigen wichtigen Bereichen massgebend erweitert wurde.
Bei der Konzeption der Ausstellung wurde der Schwerpunkt neu auf das Nebeneinander von Objekten unterschiedlicher, aber gleichzeitiger antiker Kulturen des Mittelmeerraumes des 3. bis 1. Jahrtausends v. Chr. gelegt. So finden sich beispielsweise ägyptische, kykladische, zyprische und mykenische Statuetten aus Ton unterschiedlichster Erscheinungsformen den gleichzeitigen Gefässen der jeweiligen Kulturen gegenübergestellt.
Erstmals wurden auch antike Marmorskulpturen und Bildnisse sowie Bildwerke aus Ton und Bronze aus unterschiedlichen Kulturen nebeneinander ausgestellt, wodurch die gleichzeitige Entwicklung innerhalb unterschiedlicher Objektgattungen verfolgt und Querverbindungen zwischen den Kulturen gemacht werden können.
Durch diese Art der Ausstellung wird für den Museumsbesucher die dynamische Entwicklung innerhalb der Objektgattungen fassbar sowie jene teils divergierende, teils auch konvergierende Entfaltung verschiedener antiker Kulturen erfahrbar.
Im ersten Ober- und ersten Untergeschoss ist eine umfangreiche Sammlung von Abgüssen nach antiken Skulpturen zu besichtigen.
Führungen auf Anfrage: 044 – 634 28 11, oder mangoe@archinst.uzh.ch
Di – Fr 13 – 18 Uhr
Sa/So 11 – 17 Uhr
Montags geschlossen
Während den Feiertagen:
offen: 26., 27., 29., 30. 12. 2009; ab 3. Jan. 2010 gemäss Öffnugnszeiten
geschlossen: 24., 25., 28., 31.12. sowie 1.1. und 2.1.2010
Der Eintritt ist kostenlos
Archäologische Sammlung der Universität Zürich
Rämistrasse 73
8006 Zürich
0041/44 634 28 11 (wochentags)
www.archinst.uzh.ch
















